Von BWA bis Vorsteuer: Fachbegriffe, einfach erklärt

Damit Sie im Bankgespräch, beim Steuerberater und im eigenen Zahlenwerk nie wieder nur nicken: die wichtigsten Begriffe aus Finanzen, Marketing, Buchhaltung, Edelmetallen und Steuerstrukturen, in einfacher Sprache, ohne Berater-Deutsch.

BWA A B F K S Z
A B C D E F G H I J K L M N O P R S T U V W Z #

A

Marketing & Sales

A/B-Test

Direkter Vergleich zweier Varianten (z. B. zwei Headlines, zwei Buttons) bei gleicher Traffic-Menge. Liefert datenbasierte Entscheidungen statt Bauchgefühl, braucht aber genug Daten: Als Faustregel gelten rund 100 Conversions je Variante, sonst entscheidet der Zufall.

Steuern

Abgeltungsteuer (Kapitalertragsteuer)

Pauschale Steuer von 25 % zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer auf private Kapitalerträge wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinne (§ 32d EStG). Die Bank behält sie direkt ein, damit ist die Steuer in der Regel abgegolten. Der Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person bleibt frei, dafür muss ein Freistellungsauftrag vorliegen.

Marketing & Sales

Abschlussquote (Close Rate)

Anteil der Angebote oder Erstgespräche, die zum Auftrag werden: Aufträge geteilt durch Angebote. Je nach Branche und Anfragequalität sind 20–50 % üblich; im Handwerk mit konkreten Anfragen eher mehr, bei Kaltkontakten deutlich weniger. Sinkende Quoten deuten auf falsche Zielgruppe, zu späte Angebote oder Preisprobleme hin.

Steuern

AfA (Absetzung für Abnutzung)

Steuerliche Abschreibung von Wirtschaftsgütern über deren Nutzungsdauer. Computer und Software dürfen seit 2021 in einem Jahr abgeschrieben werden, Maschinen oft 5–10, Gebäude 33–50 Jahre. Reduziert den steuerpflichtigen Gewinn, ohne dass Geld abfließt.

Unternehmen

AG (Aktiengesellschaft)

Kapitalgesellschaft mit mindestens 50.000 € Grundkapital, das in Aktien zerlegt ist. Komplexe Gründung, hohe Publizitätspflichten, für den Mittelstand selten sinnvoll, eher für börsen­fähige Strukturen.

Edelmetalle

Altgold-Ankauf

Ankauf von gebrauchtem Gold wie Schmuck, Zahngold oder Bruchgold durch Händler und Scheideanstalten. Bezahlt wird der Materialwert: Feingehalt (Punzierung oder Prüfung) mal Gewicht mal Tagespreis, abzüglich einer Ankaufsmarge. Vor dem Verkauf mehrere Angebote einholen, die Margen unterscheiden sich erheblich.

Finanzen

Anlagegold

Gold in Form von Barren oder Münzen mit einem Feingehalt von mindestens 995/1000 (Münzen ab 900/1000), das in Deutschland von der Umsatzsteuer befreit ist. Voraussetzung für die Mehrwertsteuer-Befreiung beim Ankauf.

Aufbewahrungsfristen

Gesetzliche Mindestzeiträume für Geschäftsunterlagen: Jahresabschlüsse, Bücher und Inventare 10 Jahre, Buchungsbelege und Rechnungen 8 Jahre (seit 2025 verkürzt, vorher 10), Geschäftsbriefe 6 Jahre. Die Frist beginnt mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die Unterlage entstand. Kleine Betriebe fahren gut damit, Belege digital und einheitlich 10 Jahre zu sichern, das deckt alle Fälle ab.

B

Marketing & Sales

B2B vs. B2C

Business-to-Business (Verkauf an Unternehmen) vs. Business-to-Consumer (Verkauf an Endkunden). Marketing-Logiken, Verkaufs­zyklen und Preisrahmen unterscheiden sich fundamental. Was bei B2C funktioniert, ist bei B2B oft tödlich.

Finanzen

BAFA-Förderung (Unternehmensberatung)

Bundesprogramm „Förderung von Unternehmensberatungen für KMU": Das BAFA bezuschusst Beratungskosten kleiner und mittlerer Unternehmen mit 50 oder 80 % je nach Region, maximal 3.500 Euro Bemessungsgrundlage je Beratung. Möglich sind bis zu fünf geförderte Beratungen, höchstens zwei pro Jahr. Wichtig: Der Antrag muss vor Beratungsbeginn gestellt werden, die Richtlinie läuft bis Ende 2026.

Edelmetalle

Barren-Aufschlag (Spread)

Differenz zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis bei Edelmetall-Händlern: Wer kauft und später wieder verkauft, zahlt diese Spanne einmal komplett. Je enger der Spread, desto günstiger der Händler; bei gängigen Barren und Anlagemünzen ist er am engsten.

Unternehmen

Beirat

Beratendes Gremium in GmbH/UG/AG. Kein gesetzliches Muss in der GmbH, aber sinnvoll bei wachsenden Unternehmen: als Brücke zwischen Gesellschaftern, Geschäftsführung und externer Erfahrung.

Steuern

Betriebsprüfung

Außenprüfung des Finanzamts (§ 193 AO), bei der Buchführung, Belege und Steuererklärungen im Betrieb oder beim Steuerberater kontrolliert werden, üblich sind drei zusammenhängende Jahre. Angekündigt wird sie per Prüfungsanordnung. Saubere Belege und eine GoBD-konforme Buchführung entscheiden darüber, ob die Prüfung ruhig verläuft oder in Hinzuschätzungen endet.

Steuern

Bewirtungskosten

Kosten für die Bewirtung von Geschäftspartnern aus betrieblichem Anlass, als Betriebsausgabe zu 70 % abziehbar (§ 4 Abs. 5 Nr. 2 EStG), die Vorsteuer dagegen voll. Voraussetzung ist ein ordnungsgemäßer Bewirtungsbeleg mit Anlass und Teilnehmern zur maschinellen Rechnung. Fehlen diese Angaben, streicht die Betriebsprüfung den Abzug komplett, deshalb den Beleg direkt vor Ort ausfüllen.

Bilanz

Stichtagsübersicht über Vermögen und Kapital eines Betriebs: Die Aktivseite zeigt, wo das Geld steckt (Anlagen, Vorräte, Forderungen, Bank), die Passivseite, woher es kommt (Eigenkapital, Schulden). Beide Seiten sind immer gleich hoch. Banken lesen daraus vor allem die Eigenkapitalquote, deshalb lohnt ein Blick vor jedem Kreditgespräch.

Finanzen

Bonität

Kreditwürdigkeit eines Unternehmens, bewertet von Banken und Auskunfteien wie Schufa oder Creditreform anhand von Zahlungsverhalten, Eigenkapital und Ertragslage. Die Bonität bestimmt, ob es Kredit gibt und zu welchem Zins. Kleine Betriebe verbessern sie durch pünktliche Zahlungen, saubere BWA-Zahlen und regelmäßigen Kontakt zur Hausbank.

Marketing & Sales

Bounce Rate (Absprungrate)

Anteil der Websitebesucher, die eine Seite ohne weitere Interaktion wieder verlassen. Werte von 40–60 % sind bei Inhaltsseiten normal; hoch ist nicht automatisch schlecht, etwa wenn der Besucher nur die Telefonnummer gesucht hat. Im E-Mail-Marketing bezeichnet Bounce Rate dagegen den Anteil unzustellbarer Mails.

Finanzen

Break-even-Punkt

Der Umsatz, ab dem alle Kosten gedeckt sind und der Betrieb in die Gewinnzone kommt. Berechnung: Fixkosten geteilt durch den Deckungsbeitrag je Umsatzeuro. Wer seinen Break-even kennt, weiß den Mindestumsatz pro Monat und erkennt früh, ob Preise oder Auslastung nicht reichen.

Buchungssatz

Kurzformel, mit der ein Geschäftsvorfall in der doppelten Buchführung erfasst wird: „Sollkonto an Habenkonto" plus Betrag, etwa „Bank an Umsatzerlöse 1.000 Euro". Er legt fest, welche zwei Konten sich verändern. Grundkenntnisse helfen Unternehmern, Buchungen des Steuerberaters nachzuvollziehen und Fehler in der BWA zu hinterfragen.

Finanzen

Bürgschaft

Ein Dritter verpflichtet sich, für die Schulden des Betriebs einzustehen, wenn dieser nicht zahlen kann. Wichtig für kleine Betriebe: Fehlen der Bank Sicherheiten, kann die Bürgschaftsbank des Bundeslands einen Großteil des Kreditbetrags verbürgen. Danach fragen lohnt sich, bevor ein Kreditantrag an Sicherheiten scheitert.

Unternehmen

Businessplan

Schriftliches Konzept eines Vorhabens: Geschäftsmodell, Zielgruppe, Wettbewerb, Preise, Finanzplan mit Umsatz-, Kosten- und Liquiditätsplanung, meist für 3 Jahre. Pflicht bei Bankkrediten, Fördermitteln (etwa KfW) und dem Gründungszuschuss der Arbeitsagentur. Auch ohne Geldgeber nützlich: Er zwingt dazu, Annahmen in Zahlen zu übersetzen, bevor Geld fließt.

BWA (Betriebswirtschaftliche Auswertung)

Monatliche Übersicht aus der Buchhaltung, die Erlöse, Kosten und vorläufiges Ergebnis zeigt. Banken verlangen sie regelmäßig. Unternehmer sollten sie monatlich aktiv lesen, nicht nur ablegen.

C

Marketing & Sales

CAC (Customer Acquisition Cost)

Kosten, um einen Neukunden zu gewinnen: alle Marketing- und Vertriebskosten geteilt durch die im selben Zeitraum gewonnenen Kunden. Im Verhältnis zum Customer Lifetime Value (CLV) entscheidend für die Skalierbarkeit.

Finanzen

Cashflow

Der tatsächliche Geldzu- und -abfluss eines Unternehmens, unabhängig vom buchhalterischen Gewinn. Ein Unternehmen kann Gewinn machen und trotzdem pleite gehen, wenn der Cashflow negativ wird.

Marketing & Sales

Churn Rate (Abwanderungsquote)

Anteil der Kunden, die in einem Zeitraum kündigen oder nicht wieder kaufen, wichtig bei Verträgen, Abos und Wartungskunden. Kleine Monatswerte summieren sich: 2 % Abwanderung pro Monat bedeuten über 20 % Kundenverlust im Jahr. Bestandskunden zu halten ist fast immer günstiger, als die Lücke mit Neukunden zu füllen.

Marketing & Sales

CLV (Customer Lifetime Value)

Gesamter Umsatz oder Deckungsbeitrag, den ein Kunde über die gesamte Dauer der Geschäftsbeziehung bringt. Vereinfachte Rechnung: durchschnittlicher Jahresumsatz mal Jahre der Kundenbindung. Wer den CLV kennt, weiß, wie viel die Gewinnung eines Neukunden kosten darf, statt nur auf den ersten Auftrag zu schauen.

Marketing & Sales

Content-Marketing

Kundengewinnung über nützliche Inhalte statt direkter Werbung: Ratgeberartikel, Anleitungen, Newsletter, Videos. Die Inhalte beantworten echte Fragen der Zielgruppe und bauen über Google-Sichtbarkeit und Vertrauen langsam Nachfrage auf. Braucht Geduld und Regelmäßigkeit; ein guter Artikel pro Monat schlägt zehn hastige.

Marketing & Sales

Conversion Rate

Prozentsatz der Besucher, die eine gewünschte Aktion ausführen (Kauf, Anfrage, Anmeldung). Bei B2B-Beratungs­webseiten realistisch 1–3 %, im E-Commerce 1–4 %. Fast immer wichtiger als reine Traffic-Steigerung.

Marketing & Sales

CPC / CPM

Zwei Abrechnungsmodelle für Online-Werbung: CPC (Cost per Click) sind die Kosten pro Klick, CPM (Cost per Mille) die Kosten pro 1.000 Einblendungen. Google-Suchanzeigen kosten im Schnitt rund 1–3 € pro Klick, in umkämpften Branchen wie Recht oder Versicherung deutlich mehr. Für kleine Betriebe zählt am Ende aber nicht der Klickpreis, sondern was ein gewonnener Auftrag kostet.

Marketing & Sales

CPL (Cost per Lead)

Werbekosten geteilt durch die Zahl der gewonnenen Anfragen oder Kontakte. Je nach Branche und Kanal liegt der CPL zwischen wenigen Euro und dreistelligen Beträgen. Aussagekräftig wird die Zahl erst zusammen mit Abschlussquote und Auftragswert: 80 € pro Lead sind billig, wenn jeder dritte Lead einen 5.000-€-Auftrag bringt.

Marketing & Sales

CRM (Customer Relationship Management)

Systematische Pflege von Kundenbeziehungen, meist über eine Software, die Kontaktdaten, Gesprächsnotizen, Angebote und Wiedervorlagen zentral bündelt. Ersetzt Zettelwirtschaft und verstreute Excel-Listen und verhindert vergessene Nachfassaktionen. Einstiegslösungen gibt es kostenlos oder für unter 20 € pro Nutzer und Monat, auch für Ein-Personen-Betriebe sinnvoll.

Marketing & Sales

Cross-Selling und Upselling

Zusatzverkauf an bestehende Kunden: Cross-Selling bietet ergänzende Leistungen an (Wartungsvertrag zur Heizung), Upselling die höherwertige Variante. Verkauf an Bestandskunden gelingt deutlich leichter als Neukundengewinnung, weil Vertrauen und Kontakt schon bestehen. Für kleine Betriebe oft der schnellste Umsatzhebel ganz ohne Werbebudget.

Marketing & Sales

CTR (Click-Through-Rate)

Anteil der Personen, die eine Anzeige, ein Suchergebnis oder einen Link nach dem Sehen tatsächlich anklicken. Bei Google-Suchanzeigen liegen Durchschnittswerte je nach Branche etwa bei 3–6 %, bei Display-Bannern meist unter 1 %. Niedrige CTR deutet auf unpassende Zielgruppe oder schwache Anzeigentexte hin.

D

DATEV

Genossenschaftliche Software­plattform, mit der über 90 % der deutschen Steuerberater arbeiten. „DATEV-fähige" Buchhaltung bedeutet: Belege und Buchungen können nahtlos an Ihren Steuerberater übergeben werden.

Steuern

Dauerfristverlängerung

Antrag beim Finanzamt, der die Frist für die Umsatzsteuer-Voranmeldung dauerhaft um einen Monat verlängert (§§ 46 bis 48 UStDV). Monatszahler leisten dafür eine Sondervorauszahlung von einem Elftel der Vorjahreszahllast, die am Jahresende verrechnet wird. Für Betriebe, deren Buchhaltung regelmäßig knapp am 10. hängt, ein einfacher Weg zu mehr Puffer.

Debitoren und Kreditoren

Debitoren sind Kunden, die dem Betrieb Geld schulden (Forderungen), Kreditoren sind Lieferanten und Dienstleister, denen der Betrieb Geld schuldet (Verbindlichkeiten). In der Buchhaltung erhält jeder ein eigenes Personenkonto. Wer beide Listen regelmäßig abgleicht, sieht sofort, ob mehr Geld hereinkommt als hinausgeht.

Finanzen

Deckungsbeitrag (DB)

Umsatz abzüglich variabler Kosten, also das, was übrig bleibt, um Fixkosten zu decken und Gewinn zu erzielen. Wichtigste Kennzahl, wenn Sie Preise oder Produkte bewerten wollen.

Steuern

Degressive Abschreibung

Abschreibung mit fallenden Jahresbeträgen: angesetzt wird ein fester Prozentsatz vom jeweiligen Restbuchwert, anfangs also deutlich mehr als bei der linearen Methode. Für bewegliche Wirtschaftsgüter, die zwischen dem 1.7.2025 und dem 31.12.2027 angeschafft werden, sind bis zu 30 % pro Jahr zulässig (§ 7 Abs. 2 EStG). Interessant für Betriebe, die Investitionen schnell steuerlich wirksam machen wollen.

Steuern

Differenzbesteuerung (§ 25a UStG)

Sonderregel der Umsatzsteuer für Wiederverkäufer: versteuert wird nur die Marge zwischen Ein- und Verkaufspreis, nicht der volle Verkaufspreis. Sie greift, wenn Ware ohne Vorsteuerabzug eingekauft wurde, etwa Silbermünzen oder Gebrauchtwaren aus Privatbesitz. Auf der Rechnung darf keine Umsatzsteuer ausgewiesen werden, im Edelmetallhandel macht das gebrauchte Silbermünzen für Käufer spürbar günstiger.

Finanzen

Diversifikation

Streuung von Risiken über mehrere Kunden, Branchen, Produkte oder Anlageklassen. Faustregel: Kein einzelner Kunde sollte dauerhaft mehr als 20–25 % des Umsatzes ausmachen, sonst entsteht ein Klumpenrisiko. Gleiches gilt für private Rücklagen: nicht alles in eine Anlageform, sondern auf mehrere Bausteine verteilen.

Doppelte Buchführung

Buchführungssystem, bei dem jeder Geschäftsvorfall auf zwei Konten erfasst wird, einmal im Soll und einmal im Haben. Pflicht für Kaufleute und alle bilanzierenden Betriebe, sie liefert Bilanz und GuV. Der Vorteil: Vermögen, Schulden und Ergebnis sind jederzeit ablesbar, und Erfassungsfehler fallen durch die Systematik schneller auf.

Marketing & Sales

Double-Opt-in

Zweistufige Newsletter-Anmeldung: Nach dem Eintrag ins Formular muss der Empfänger die Anmeldung über einen Link in einer Bestätigungsmail aktiv bestätigen. In Deutschland faktisch Pflicht, weil nur so die Einwilligung nach DSGVO und UWG nachweisbar ist. Schützt vor Abmahnungen und hält die Liste frei von Karteileichen und Tippfehlern.

Unternehmen

Due Diligence

Sorgfältige Prüfung eines Unternehmens vor Kauf, Beteiligung oder Investition. Umfasst Finanzen, Recht, Steuern, Personal und Verträge. Spart später viel Geld und verhindert böse Überraschungen.

E

E-Rechnung

Rechnung in einem strukturierten elektronischen Format nach der Norm EN 16931, etwa XRechnung oder ZUGFeRD; ein einfaches PDF zählt nicht dazu. Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Unternehmen im B2B-Geschäft E-Rechnungen empfangen können. Die Ausstellungspflicht kommt gestaffelt: bis Ende 2026 bleibt Papier erlaubt (einfaches PDF nur mit Zustimmung des Empfängers), ab 2027 gilt die Pflicht für Betriebe mit mehr als 800.000 Euro Vorjahresumsatz, ab 2028 für alle. Kleine Betriebe sollten die Umstellung 2026 erledigen, nicht erst zum Stichtag.

Unternehmen

e.K. (eingetragener Kaufmann)

Einzelunternehmen mit Eintragung im Handelsregister. Volle persönliche Haftung, aber kaufmännische Rechte. Geeignet für etablierte Solos und Berater. Pflicht ab gewissen Umsatz-/Größengrenzen.

Finanzen

EBITDA

Earnings Before Interest, Taxes, Depreciation and Amortization, das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen. Zeigt die international vergleichbare operative Performance und ist bei M&A-Bewertungen Standard.

Finanzen

Eigenkapitalquote

Anteil des Eigenkapitals an der Bilanzsumme in Prozent. Banken werten Quoten unter 10 % meist als kritisch, ab etwa 25–30 % als solide. Je höher die Quote, desto besser die Kreditkonditionen und desto länger übersteht der Betrieb eine Verlustphase. Steigern lässt sie sich vor allem durch einbehaltene Gewinne.

Steuern

Einkommensteuer

Steuer auf das Einkommen natürlicher Personen, bei Einzelunternehmern und Personengesellschaftern also auch auf den Betriebsgewinn. Der Tarif ist progressiv: oberhalb des Grundfreibetrags (2026: 12.348 €) steigt der Satz von 14 % bis 42 %, bei sehr hohen Einkommen 45 %. Für Inhaber kleiner Betriebe meist die wichtigste Steuerart, Vorauszahlungen sollten realistisch angesetzt sein.

Unternehmen

Einzelunternehmen

Häufigste Rechtsform in Deutschland: Eine Person betreibt das Geschäft im eigenen Namen, ohne Mindestkapital und ohne Gründungsformalitäten über die Gewerbeanmeldung hinaus. Der Inhaber haftet unbeschränkt mit dem Privatvermögen, der Gewinn unterliegt seiner Einkommensteuer. Idealer Start für Handwerker und Dienstleister, ein Wechsel in GmbH oder e.K. bleibt später jederzeit möglich.

Marketing & Sales

Empfehlungsmarketing

Systematische Neukundengewinnung über zufriedene Bestandskunden: aktiv nach Weiterempfehlungen und Google-Bewertungen fragen, den richtigen Moment nach gelungener Arbeit nutzen, gegebenenfalls mit Prämie. Empfohlene Interessenten beauftragen deutlich häufiger, weil das Vertrauen schon da ist. Für kleine Betriebe meist der günstigste Kanal, wird aber selten planvoll betrieben.

EÜR (Einnahmen-Überschuss-Rechnung)

Vereinfachte Gewinnermittlung: Betriebseinnahmen minus Betriebsausgaben, gezählt wird nach Geldfluss, nicht nach Rechnungsdatum. Erlaubt für Freiberufler sowie für Gewerbetreibende unterhalb von 800.000 Euro Umsatz und 80.000 Euro Gewinn im Jahr. Für viele kleine Betriebe die günstigste Variante, weil Inventur und Bilanz entfallen.

F

Finanzen

Factoring

Verkauf offener Rechnungen an einen Factoring-Anbieter, der meist 80–90 % des Betrags sofort auszahlt und je nach Vertrag Mahnwesen und Ausfallrisiko übernimmt. Kosten: Gebühren im niedrigen einstelligen Prozentbereich plus Zinsen. Interessant für kleine Betriebe, deren Kunden lange Zahlungsziele beanspruchen und so die Liquidität blockieren.

Edelmetalle

Feingehalt

Reinheitsgrad eines Edelmetalls in 1/1000. 999,9er Gold = 99,99 % Reinheit. Anlagegold beginnt bei 995/1000 (Barren) bzw. 900/1000 (Münzen). Niedrigere Feingehalte sind Schmuck/Goldschmuck.

Unternehmen

Firmierung

Der offizielle Name, unter dem ein im Handelsregister eingetragenes Unternehmen auftritt und unterschreibt. Das HGB verlangt Unterscheidbarkeit am Ort, keine Irreführung und den Rechtsformzusatz (e.K., GmbH, OHG). Nicht eingetragene Einzelunternehmer und GbRs müssen mit Vor- und Nachnamen auftreten. Vor der Anmeldung lohnt eine Abfrage bei IHK und Markenregister, das erspart teure Umbenennungen.

Finanzen

Fixkosten und variable Kosten

Fixkosten fallen unabhängig vom Umsatz an: Miete, Gehälter, Versicherungen, Leasingraten. Variable Kosten entstehen erst mit dem Auftrag: Material, Fremdleistungen, Frachten. Je niedriger der Fixkostenblock, desto besser übersteht ein Betrieb Auftragsflauten. Deshalb vor jeder festen Verpflichtung prüfen, ob es eine variable Alternative gibt.

Marketing & Sales

Funnel (Sales Funnel)

Der Verkaufstrichter vom ersten Kontakt bis zum Kunden. Typische Stufen: Aufmerksamkeit (Awareness) → Interesse → Anfrage → Angebot → Auftrag. Jede Stufe hat eine Abschlussquote, die gemessen werden sollte.

G

Unternehmen

GbR (Gesellschaft bürgerlichen Rechts)

Einfachste Personengesellschaft: Zwei oder mehr Personen verfolgen einen gemeinsamen Zweck, ein formloser Vertrag genügt. Alle Gesellschafter haften unbeschränkt persönlich. Seit 2024 (MoPeG) gibt es das Gesellschaftsregister: Die Eintragung als eGbR ist freiwillig, aber Pflicht, wenn die GbR Grundstücke oder GmbH-Anteile erwerben will. Gut für den unkomplizierten Start zu zweit.

Unternehmen

Geschäftsführer

Gesetzlicher Vertreter einer GmbH oder UG: Er führt die Geschäfte, unterschreibt Verträge und wird im Handelsregister eingetragen. Bei Pflichtverletzungen haftet er persönlich, etwa für nicht abgeführte Steuern und Sozialabgaben oder bei verschleppter Insolvenz (Antragsfrist maximal drei Wochen ab Zahlungsunfähigkeit). Ein sauberer Anstellungsvertrag regelt Vergütung, Befugnisse und Haftung.

Unternehmen

Gesellschafter

Inhaber von Anteilen an einer Gesellschaft, bei der GmbH mit Stimmrecht in der Gesellschafterversammlung und Anspruch auf Gewinnausschüttung. Gesellschafter ist nicht automatisch Geschäftsführer: Beteiligung und Geschäftsführung sind getrennte Rollen. Wichtig bei jeder Aufnahme von Partnern: Stimmverhältnisse und Ausstiegsregeln vorher im Gesellschaftsvertrag festlegen.

Unternehmen

Gesellschaftsvertrag

Das Grundgesetz einer Gesellschaft: regelt Gesellschafter, Anteile, Geschäftsführung, Gewinnverteilung, Ausscheiden und Nachfolge. Bei GmbH und UG notariell beurkundungspflichtig, bei der GbR formfrei möglich, aber auch dort dringend schriftlich zu empfehlen. Wer Streitfälle wie Ausstieg, Tod oder Zerwürfnis vorab regelt, spart später Anwaltskosten und rettet oft das Unternehmen.

Steuern

Gewerbesteuer

Kommunale Steuer auf Gewinne von Gewerbebetrieben. Hebesatz variiert stark (Lichtenau ca. 431 %, Großstädte teils > 500 %). Beeinflusst die effektive Steuerlast einer GmbH erheblich.

Unternehmen

gGmbH (gemeinnützige GmbH)

GmbH, deren Zweck als gemeinnützig, mildtätig oder kirchlich anerkannt ist (§§ 51 ff. AO). Weitgehend befreit von Körperschaft- und Gewerbesteuer, darf aber keine Gewinne an Gesellschafter ausschütten: Überschüsse bleiben zweckgebunden. Sinnvoll für Bildungs-, Sozial- oder Sportprojekte, die unternehmerisch arbeiten, aber nicht auf Ausschüttung zielen.

Unternehmen

GmbH

Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Stamm­kapital 25.000 € (mind. 12.500 € bei Gründung einzuzahlen). Haftung auf Gesellschaftsvermögen begrenzt. Klassische Form für etablierte Unternehmen.

Unternehmen

GmbH & Co. KG

Kommanditgesellschaft, deren voll haftender Komplementär keine Person ist, sondern eine GmbH. Ergebnis: Haftungsbeschränkung wie bei der Kapitalgesellschaft, Besteuerung wie bei der Personengesellschaft (Gewinne landen direkt bei den Gesellschaftern, keine Körperschaftsteuer auf Ebene der KG). Beliebt bei Familienunternehmen und Immobilienprojekten, dafür sind zwei Gesellschaften zu verwalten.

GoBD

Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern in elektronischer Form. Definiert, wie digitale Buchhaltung und Belegarchivierung steuer­rechtskonform laufen muss.

Edelmetalle

Gold-ETC (z. B. Xetra-Gold)

Börsengehandeltes Wertpapier, das den Goldpreis abbildet und meist physisch mit Gold hinterlegt ist, etwa Xetra-Gold. Rechtlich eine Schuldverschreibung des Emittenten, kein Sondervermögen; viele Produkte gewähren einen Anspruch auf Auslieferung des Goldes. Praktisch für Depotanleger, ersetzt aber keinen physischen Besitz: Es bleibt ein Emittentenrisiko.

Edelmetalle

Gold-Silber-Ratio

Verhältniszahl, die angibt, wie viele Unzen Silber eine Unze Gold kostet: Spot-Preis Gold geteilt durch Spot-Preis Silber. Im 21. Jahrhundert schwankte die Ratio überwiegend zwischen 50 und 100. Anleger nutzen sie als groben Anhaltspunkt, ob Silber im Vergleich zu Gold gerade eher teuer oder günstig bewertet ist.

Edelmetalle

Good Delivery

Qualitätsstandard der LBMA für Barren des Großhandels. Gold-Good-Delivery-Barren wiegen rund 400 Feinunzen (etwa 12,5 Kilogramm) bei mindestens 995er Feingehalt und stammen aus akkreditierten Raffinerien. Für Privatanleger meist zu groß, aber der Maßstab, an dem sich Banken- und Lagerbestände weltweit orientieren.

Marketing & Sales

Google Unternehmensprofil

Kostenloser Firmeneintrag bei Google, sichtbar in der lokalen Suche und auf Google Maps: Öffnungszeiten, Fotos, Leistungen, Bewertungen. Für Handwerker und lokale Dienstleister oft die erste Anlaufstelle neuer Kunden, noch vor der eigenen Webseite. Pflegeaufwand ist gering: Daten aktuell halten, Fotos einstellen, jede Bewertung beantworten.

GuV (Gewinn- und Verlustrechnung)

Gegenüberstellung aller Erträge und Aufwendungen eines Geschäftsjahres, das Ergebnis ist der Gewinn oder Verlust. Sie ist Teil des Jahresabschlusses und zeigt im Gegensatz zur Bilanz nicht den Bestand, sondern den Erfolg der Periode. Wer die GuV mit dem Vorjahr vergleicht, erkennt Kostentreiber früh.

Steuern

GWG (Geringwertige Wirtschaftsgüter)

Bewegliche, selbstständig nutzbare Anlagegüter mit Anschaffungskosten bis 800 € netto, etwa Werkzeuge, Bürostühle oder ein Smartphone (§ 6 Abs. 2 EStG). Sie dürfen im Jahr der Anschaffung sofort voll abgeschrieben werden statt über Jahre verteilt. Alternativ ist für Güter zwischen 250 € und 1.000 € ein Sammelposten mit fünf Jahren Laufzeit möglich.

H

Unternehmen

Holding-Struktur

Eine Mutter­gesellschaft (Holding) hält Anteile an einer oder mehreren operativen Töchtern. Steuerlich vorteilhaft beim Verkauf von Tochtergesellschaften (95 % steuerfrei) und beim Cashflow-Management, aber nicht für jeden sinnvoll.

Unternehmen

HRA / HRB

Handelsregister A: Einzelunternehmen, Personengesellschaften (e.K., OHG, KG). Handelsregister B: Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG). Die Robin Stockmar e.K. ist im HRA eingetragen, die Crypmar GmbH im HRB.

I

Edelmetalle

Industriemetall

Edelmetall, das überwiegend in der Industrie verbraucht wird, allen voran Platin und Palladium (Katalysatoren, Elektronik), teils auch Silber. Der Preis hängt stärker an der Konjunktur und schwankt deshalb kräftiger als bei Gold, das vor allem als Wertspeicher gehalten wird.

Finanzen

Inflation

Allgemeiner Anstieg des Preisniveaus. Bei 2 % Inflation verliert Bargeld jährlich 2 % an Kaufkraft. Edelmetalle und Sachwerte werden klassisch als Inflations­schutz gehalten, allerdings mit Schwankungen.

Inventur

Körperliche und buchmäßige Bestandsaufnahme aller Vermögensgegenstände und Schulden zu einem Stichtag, meist zum Jahresende. Sie ist Pflicht für bilanzierende Betriebe und Grundlage der Bilanzwerte, etwa beim Warenlager. Sauber gezählt deckt sie Schwund, Ladenhüter und zu hohe Lagerbestände auf, die Liquidität binden.

Steuern

Investitionsabzugsbetrag (IAB)

Gewinnmindernder Abzug für geplante Investitionen (§ 7g EStG): Betriebe mit höchstens 200.000 € Gewinn können bis zu 50 % der voraussichtlichen Anschaffungskosten beweglicher Wirtschaftsgüter schon vor dem Kauf geltend machen. Die Investition muss innerhalb von drei Jahren folgen, sonst wird rückwirkend nachversteuert. Bewährtes Instrument, um in starken Jahren die Steuerlast zu senken.

Steuern

IST- vs. SOLL-Versteuerung

Ist-Versteuerung: Umsatzsteuer entsteht beim Geldeingang. Soll-Versteuerung: bereits bei Rechnungsstellung. Die Ist-Versteuerung ist liquiditätsschonender und nur bis zu einer gewissen Umsatzgrenze möglich.

J

Jahresabschluss

Rechnerischer Abschluss des Geschäftsjahres, bei Bilanzierern bestehend aus Bilanz und GuV, bei Kapitalgesellschaften zusätzlich mit Anhang. Er ist Grundlage für Steuererklärungen, Bankgespräche und Entscheidungen über Entnahmen oder Ausschüttungen. Kleine Betriebe sollten ihn nicht nur unterschreiben, sondern sich die wichtigsten Positionen vom Steuerberater erklären lassen.

K

Marketing & Sales

Kaltakquise

Erstansprache möglicher Kunden ohne vorherigen Kontakt, per Telefon, Besuch oder Post. Rechtlich eng begrenzt: Bei Privatkunden ist Telefonwerbung ohne Einwilligung verboten, bei Geschäftskunden nur bei mutmaßlichem Interesse erlaubt (§ 7 UWG), Werbe-E-Mails ohne Einwilligung sind in beiden Fällen unzulässig. Für kleine Betriebe ist der Brief mit konkretem Anlass oft der sauberste Weg.

Finanzen

Kapitaldienstfähigkeit

Fähigkeit eines Betriebs, Zins und Tilgung aller Kredite dauerhaft aus dem laufenden Geschäft zu bezahlen. Banken prüfen sie vor jeder Kreditvergabe: Reicht der erwirtschaftete Überschuss nach Privatentnahmen für den Kapitaldienst, gibt es den Kredit. Vor größeren Investitionen deshalb selbst durchrechnen, ob die neue Rate ins Zahlenwerk passt.

Kassenbuch

Chronologische Aufzeichnung aller Bareinnahmen und Barausgaben mit Datum, Betrag und Grund. Pflicht ist es für bilanzierende Betriebe mit Barverkehr, bei elektronischen Kassen gelten zusätzlich strenge Anforderungen an Manipulationssicherheit. Der Bestand muss jederzeit mit dem tatsächlichen Bargeld übereinstimmen („kassensturzfähig"), denn Kassenfehler sind ein klassischer Anlass für Schätzungen bei der Betriebsprüfung.

Unternehmen

KG (Kommanditgesellschaft)

Personengesellschaft mit zwei Gesellschaftertypen: Der Komplementär führt die Geschäfte und haftet unbeschränkt, der Kommanditist haftet nur bis zur im Handelsregister eingetragenen Haftsumme und bleibt von der Geschäftsführung ausgeschlossen. Praktisch, wenn Kapitalgeber oder Familienmitglieder beteiligt werden sollen, ohne mitzuentscheiden.

Steuern

Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG)

Befreiung von der Umsatzsteuer für Kleinunternehmer. Seit 2025 gilt sie, wenn der Vorjahres-Umsatz 25.000 € nicht überschritten hat und der laufende Umsatz unter 100.000 € bleibt; wird die 100.000 € überschritten, endet die Befreiung sofort. Vorteil: weniger Aufwand, kein USt-Aufschlag bei Privatkunden. Nachteil: kein Vorsteuerabzug.

Kontenrahmen (SKR 03 / SKR 04)

Standardisiertes Verzeichnis aller Konten einer Buchhaltung. SKR 03 ist nach Betriebsablauf gegliedert, SKR 04 nach dem Aufbau des Jahresabschlusses, inhaltlich leisten beide dasselbe. Wer einen Standardkontenrahmen sauber nutzt, macht Auswertungen vergleichbar und erleichtert Übergaben, etwa beim Wechsel des Steuerberaters.

Finanzen

Kontokorrentkredit

Eingeräumte Kreditlinie auf dem Geschäftskonto, jederzeit ohne Antrag nutzbar, aber teuer: Die Zinsen liegen oft im hohen einstelligen bis zweistelligen Prozentbereich. Gedacht für kurzfristige Liquiditätslücken, etwa bis Kundenrechnungen bezahlt sind. Wer die Linie dauerhaft ausschöpft, sollte auf ein günstigeres Darlehen umschulden.

Steuern

Körperschaftsteuer

Steuer auf den Gewinn von Kapitalgesellschaften wie GmbH und UG, derzeit 15 % zuzüglich Solidaritätszuschlag (§ 23 KStG). Ab 2028 sinkt der Satz in Jahresschritten auf 10 % im Jahr 2032. Zusammen mit der Gewerbesteuer liegt die Gesamtbelastung einer GmbH heute meist um 30 %, Ausschüttungen an die Gesellschafter werden zusätzlich besteuert.

Finanzen

KPI (Key Performance Indicator)

Kennzahl, die den Erfolg in einem Bereich misst. Klassiker: Umsatz, Marge, CAC, Conversion Rate, Auslastung. 5 wirklich wichtige KPIs sind mehr wert als 50, die niemand liest.

Edelmetalle

Krügerrand

Südafrikanische Anlagemünze in Gold, geprägt seit 1967 und weltweit die meistgehandelte Goldmünze. Besteht aus einer 916,7er Legierung (22 Karat), enthält aber exakt eine Feinunze reines Gold (31,1 Gramm). Wegen der hohen Verbreitung eng handelbar: An- und Verkaufskurse liegen bei kaum einer Münze so dicht beieinander.

L

Marketing & Sales

Landingpage

Einzelne Webseite mit genau einem Ziel, etwa Anfrage oder Newsletter-Anmeldung, auf die Werbeanzeigen oder Links gezielt führen. Aufbau: ein Angebot, ein klarer Handlungsaufruf, keine ablenkende Navigation. Erzielt höhere Conversion Rates als die Startseite, weil die Botschaft exakt zur Anzeige passt, mit der der Besucher kam.

Edelmetalle

LBMA (London Bullion Market Association)

Londoner Branchenverband des Großhandels mit Gold und Silber. Setzt mit den Good-Delivery-Listen den Qualitätsstandard für Barren und akkreditierte Raffinerien und verantwortet die täglichen Referenzpreise (LBMA Gold Price, LBMA Silver Price). Für Käufer relevant: Barren LBMA-zertifizierter Hersteller werden weltweit ohne erneute Prüfung angekauft.

Marketing & Sales

Lead

Qualifizierter Interessent, der Kontakt­daten hinterlassen oder ein Erstgespräch gebucht hat. Unterscheidung zwischen MQL (Marketing Qualified) und SQL (Sales Qualified) entscheidet über Bearbeitungs­geschwindigkeit.

Marketing & Sales

Lead-Magnet

Kostenloses Angebot im Tausch gegen Kontaktdaten, meist die E-Mail-Adresse: Checkliste, Leitfaden, Rechner oder Erstgespräch. Startpunkt für Newsletter und spätere Ansprache. Funktioniert nur, wenn er ein konkretes Problem der Zielgruppe löst; ein allgemeines „Jetzt anmelden" bringt kaum Eintragungen.

Finanzen

Leasing

Nutzung von Fahrzeugen, Maschinen oder Geräten gegen monatliche Rate statt Kauf. Schont die Liquidität und die Kreditlinie, die Raten sind laufende Betriebsausgaben. Über die Gesamtlaufzeit ist Leasing aber meist teurer als der finanzierte Kauf. Vor Abschluss deshalb beide Varianten mit allen Nebenkosten durchrechnen.

Finanzen

Liquidität

Fähigkeit, kurzfristig Zahlungs­verpflichtungen zu erfüllen. Wichtiger als Gewinn: Kurzfristig entscheidet nicht die Ertragslage übers Überleben, sondern ob Löhne, Miete und Rechnungen pünktlich bezahlt werden können.

M

Mahnwesen

Systematisches Nachfassen überfälliger Rechnungen, von der Zahlungserinnerung über Mahnungen bis zum gerichtlichen Mahnbescheid. Rechtlich ist keine bestimmte Zahl von Mahnungen nötig, Verzug tritt oft schon mit Fälligkeit oder spätestens 30 Tage nach Rechnungszugang ein. Kleine Betriebe brauchen eine feste Routine, etwa wöchentliche Kontrolle der offenen Posten, sonst finanzieren sie ihre Kunden unbezahlt mit.

Edelmetalle

Maple Leaf

Kanadische Anlagemünze der Royal Canadian Mint, in Gold seit 1979 geprägt, außerdem in Silber, Platin und Palladium erhältlich. Feingehalt seit 1983 999,9 (Erstjahrgänge: 999), also nahezu reines Metall, dadurch weicher und kratzempfindlicher als der legierte Krügerrand. Neben diesem eine der liquidesten Anlagemünzen weltweit.

Finanzen

Marge

Verhältnis von Gewinn zu Umsatz. Brutto­marge = (Umsatz - direkte Kosten) / Umsatz. Bei Dienstleistern oft > 60 %, im Handel 20–40 %, in der Produktion 10–25 %. Margen-Druck = Skalierungsbremse.

Marketing & Sales

MQL / SQL

Marketing Qualified Lead = Interessent, der grund­sätzlich passen könnte. Sales Qualified Lead = jemand, der bereits Kaufabsicht und Budget signalisiert hat. Sauber getrennt heißt: Der Vertrieb arbeitet nur an SQLs.

N

Marketing & Sales

NPS (Net Promoter Score)

Kennzahl für Weiterempfehlungsbereitschaft aus einer einzigen Frage: „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie uns weiterempfehlen?" auf einer Skala von 0 bis 10. Anteil der Promotoren (9–10) minus Anteil der Kritiker (0–6) ergibt einen Wert zwischen -100 und +100. Werte über 30 gelten in den meisten Branchen als gut; für kleine Betriebe reicht oft schon die regelmäßige Frage selbst als Frühwarnsystem.

Edelmetalle

Numismatik

Münzkunde: das Sammeln und Bewerten von Münzen nach Seltenheit, Erhaltungsgrad und historischer Bedeutung. Der Preis von Sammlermünzen kann weit über dem reinen Metallwert liegen, hängt aber von einem engen Sammlermarkt ab. Für den Vermögensaufbau sind Anlagemünzen nahe am Metallwert meist die berechenbarere Wahl.

O

Offene-Posten-Buchhaltung

Führung aller unbezahlten Rechnungen als einzelne Posten, getrennt nach Forderungen an Kunden und Verbindlichkeiten gegenüber Lieferanten, bis zum Ausgleich durch Zahlung. Sie zeigt tagesaktuell, wer wie viel schuldet und was selbst zu zahlen ist. Ohne diese Übersicht funktioniert weder Mahnwesen noch verlässliche Liquiditätsplanung.

Marketing & Sales

Öffnungsrate (E-Mail)

Anteil der zugestellten E-Mails, die geöffnet werden. Bei gepflegten Listen kleiner Betriebe sind 25–40 % realistisch, je nach Branche und Absenderbekanntheit. Die Zahl wird durch Datenschutzfunktionen von Apple und Co. nach oben verzerrt, deshalb ist die Klickrate der verlässlichere Maßstab für den Erfolg eines Newsletters.

Unternehmen

OHG (Offene Handelsgesellschaft)

Personengesellschaft für den Betrieb eines Handelsgewerbes, eingetragen im Handelsregister A. Kein Mindestkapital, dafür haften alle Gesellschafter unbeschränkt mit ihrem Privatvermögen, auch für Fehler der Mitgesellschafter. Wirkt bei Banken und Lieferanten seriöser als eine GbR, verlangt aber volles Vertrauen unter den Partnern.

P

Marketing & Sales

Pipeline (Vertrieb)

Übersicht aller offenen Verkaufschancen, sortiert nach Phase: Anfrage, Erstgespräch, Angebot, Verhandlung, Abschluss. Zeigt, wie viel Umsatz in Arbeit ist und wo Chancen hängen bleiben. Faustregel: Weil nie alle Chancen schließen, sollte die Pipeline etwa das Dreifache des Umsatzziels enthalten.

Marketing & Sales

Positionierung

Antwort auf die Frage: „Wer sind Sie, für wen, und warum sollte gerade dieser jemand bei Ihnen kaufen?" Schlechte Positionierung macht austauschbar und erzeugt Preisdruck, gute erlaubt Premium-Preise.

Edelmetalle

Prägestätte

Betrieb, der Münzen und geprägte Barren herstellt, staatlich (etwa Münze Österreich, Royal Canadian Mint, Perth Mint) oder privat (etwa Heraeus, Valcambi). Erkennbar am Münz- oder Herstellerzeichen auf dem Produkt. Produkte bekannter Prägestätten sind leichter wiederzuverkaufen, weil Händler ihre Echtheit ohne aufwendige Prüfung anerkennen.

Edelmetalle

Premium-Aufschlag

Differenz zwischen Spot-Preis (Weltmarkt) und tatsächlichem Verkaufspreis bei Händlern. Beinhaltet Prägung, Vertrieb, Handel, Marge. Je größer die Einheit, desto kleiner fällt er prozentual aus (siehe Stückelung).

Privatentnahme

Bei Einzelunternehmen (e.K.) und Personen­gesellschaften: Geld, das der Inhaber für private Zwecke aus der Firma nimmt. Keine Lohnzahlung, sondern Eigenkapital­abzug. Bei GmbH stattdessen Geschäfts­führer­gehalt oder Gewinnausschüttung.

Unternehmen

Prokura

Umfassende, im Handelsregister eingetragene Vollmacht nach § 48 HGB: Der Prokurist darf fast alle Geschäfte des Unternehmens abschließen, ausgenommen sind vor allem Verkauf und Belastung von Grundstücken. Nur Kaufleute können Prokura erteilen. Sinnvoll, wenn der Inhaber entlastet werden soll und eine Vertrauensperson verbindlich nach außen handeln darf, etwa im Urlaubs- oder Krankheitsfall.

R

Unternehmen

Rechtsform

Rechtlicher Mantel des Unternehmens: e.K., GbR, OHG, KG, UG, GmbH, AG. Bestimmt Haftung, Steuerbelastung, Publizitäts­pflichten und Außenwirkung. Wechsel ist möglich, aber aufwendig.

Finanzen

Rendite

Ertrag im Verhältnis zum eingesetzten Kapital, angegeben in Prozent pro Jahr. Sie macht Investitionen vergleichbar: neue Maschine, Wertpapierdepot oder Immobilie. Wichtig ist die Rechnung nach Kosten, Ausfällen und Steuern, denn die beworbene Bruttorendite sagt wenig. Für Unternehmer gilt: Auch die eigene Arbeitszeit als Kapitaleinsatz mitrechnen.

Marketing & Sales

Retargeting

Werbeanzeigen, die gezielt Personen erneut ansprechen, die die eigene Webseite bereits besucht haben, technisch über Cookies oder Pixel. Weil schon Interesse bestand, sind Klick- und Abschlussraten meist deutlich höher als bei Kaltkontakten. In der EU nur mit ausdrücklicher Einwilligung über den Cookie-Banner zulässig.

Steuern

Reverse-Charge-Verfahren

Umkehr der Steuerschuldnerschaft bei der Umsatzsteuer: nicht der Leistende, sondern der Leistungsempfänger meldet und zahlt die Steuer (§ 13b UStG). Typische Fälle sind Leistungen ausländischer Unternehmer und Bauleistungen zwischen Bauunternehmern. Die Rechnung wird netto gestellt, mit Hinweis „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers": trotzdem ausgewiesene Umsatzsteuer wird zusätzlich geschuldet.

Marketing & Sales

ROAS / ROI

Return On Ad Spend = Umsatz aus Werbung / Werbeausgaben. ROI = Gewinn / Investment. ROAS misst Werbe-Effizienz, ROI ganzheitlichen Erfolg. Hoher ROAS ≠ hoher ROI, wenn Marge gering ist.

Finanzen

Rücklagen

Einbehaltene Gewinne, die als Reserve im Unternehmen bleiben statt entnommen zu werden. Faustregel für kleine Betriebe: drei bis sechs Monatsfixkosten auf einem separaten Konto. Diese Reserve überbrückt Auftragslöcher, Krankheit oder Reparaturen, ohne dass sofort der teure Kontokorrentkredit einspringen muss.

Rückstellungen

Passivposten in der Bilanz für Verpflichtungen, die dem Grunde nach sicher, aber in Höhe oder Zeitpunkt noch ungewiss sind, etwa Gewährleistung, Steuerberatungskosten für den Abschluss oder drohende Prozesskosten. Sie mindern den Gewinn bereits im Jahr der Entstehung. Wer sie kennt, versteht, warum Gewinn und Kontostand selten übereinstimmen.

S

Edelmetalle

Scheideanstalt

Betrieb, der Edelmetalle aus Altgold, Schmuck, Produktionsresten oder Elektronikschrott chemisch trennt und zu Feinmetall raffiniert. Scheideanstalten bestimmen den exakten Feingehalt per Analyse und kaufen daher auch ungestempelte oder beschädigte Ware an. Anlaufstelle, wenn ein Ankäufer die Punzierung anzweifelt oder Material gemischt ist.

Marketing & Sales

SEA (Suchmaschinenwerbung)

Bezahlte Anzeigen über den Suchergebnissen, in der Praxis fast immer Google Ads, abgerechnet pro Klick. Wirkt im Gegensatz zu SEO sofort, endet aber mit dem Budget. Sinnvoll für Suchbegriffe mit klarer Kaufabsicht und zum Testen, welche Angebote Nachfrage haben, bevor man in langfristige Sichtbarkeit investiert.

Marketing & Sales

SEO (Suchmaschinenoptimierung)

Alle Maßnahmen, damit eine Webseite bei Google zu relevanten Suchbegriffen weit oben erscheint: nützliche Inhalte, saubere Technik, Verlinkungen und für lokale Betriebe das Google Unternehmensprofil. SEO wirkt langsam, meist erst nach Monaten, dafür dauerhaft und ohne Kosten pro Klick. Für kleine Betriebe lohnt der Fokus auf regionale Suchbegriffe wie „Elektriker Ortsname".

Unternehmen

Skalierung

Wachstum, bei dem der Umsatz schneller steigt als Kosten und Arbeitszeit. Voraussetzung sind standardisierte Abläufe, delegierbare Aufgaben und ein Angebot, das nicht allein an der Person des Inhabers hängt. Für kleine Betriebe heißt das konkret: Prozesse dokumentieren, wiederkehrende Arbeit automatisieren und Leistungen paketieren, statt jede Stunde einzeln zu verkaufen.

Finanzen

Skonto

Preisnachlass für schnelle Zahlung, üblich sind 2–3 % bei Zahlung innerhalb von 10–14 Tagen. Aufs Jahr gerechnet entspricht das einem Effektivzins von oft über 30 %. Skonto zu ziehen lohnt sich deshalb fast immer, notfalls sogar über den Kontokorrentkredit finanziert.

Steuern

Solidaritätszuschlag

Ergänzungsabgabe von 5,5 % auf die Einkommen- oder Körperschaftsteuer, nicht auf das Einkommen selbst. Seit 2021 entfällt er wegen hoher Freigrenzen für die meisten Privatpersonen und Einzelunternehmer, auf Körperschaftsteuer und Abgeltungsteuer wird er aber weiterhin voll erhoben. Für GmbHs bleibt er damit ein fester Bestandteil der Gewinnbesteuerung.

Unternehmen

SOP (Standard Operating Procedure)

Schritt-für-Schritt-Anleitung für wiederkehrende Aufgaben (Rechnungs­stellung, Onboarding, Reporting). Voraussetzung fürs Delegieren: Solange Wissen nur im Kopf ist, kann es niemand übernehmen.

Steuern

Spekulationsfrist

Bei privaten Veräußerungs­geschäften (z. B. Edelmetalle, Krypto) sind Gewinne nach > 12 Monaten Haltedauer steuerfrei (§ 23 EStG). Innerhalb der Frist: Besteuerung mit dem persönlichen Einkommensteuer­satz.

Edelmetalle

Spot-Preis

Aktueller Weltmarktpreis für Edelmetalle, gehandelt in US-Dollar pro Feinunze. Tagespreis, an dem sich alle Edelmetall-Geschäfte orientieren. Spot ≠ Endkundenpreis (siehe Premium-Aufschlag).

Unternehmen

Stille Beteiligung

Kapitalbeteiligung nach §§ 230 ff. HGB: Der stille Gesellschafter zahlt eine Einlage in ein Unternehmen und wird am Gewinn beteiligt, tritt nach außen aber nicht in Erscheinung und steht in keinem Register. Typisch still: Gewinn- (und meist Verlust-)Beteiligung als reiner Kapitalgeber. Atypisch still: zusätzlich Beteiligung am Wertzuwachs und unternehmerische Mitsprache, mit anderen steuerlichen Folgen. Diskrete Finanzierungsform, etwa für Kapital aus der Familie.

Edelmetalle

Stückelung

Aufteilung eines Anlagebetrags auf verschiedene Barren- und Münzgrößen, vom 1-Gramm-Barren bis zum Kilobarren. Kleine Stückelungen kosten pro Gramm mehr Aufschlag, lassen sich später aber in Teilbeträgen verkaufen. Gängiger Kompromiss: der Großteil in größeren Einheiten, ein Teil in kleinen Größen für flexible Verkäufe.

T

Edelmetalle

Tafelgeschäft

Kauf von Edelmetallen gegen Bargeld direkt über den Ladentisch, ohne Angabe persönlicher Daten. Nach dem Geldwäschegesetz ist das in Deutschland nur bis 1.999,99 Euro anonym möglich; ab 2.000 Euro Bargeld muss der Händler die Identität des Käufers feststellen (Stand 2026). Die Grenze gilt pro Geschäft, eine künstliche Aufteilung zur Umgehung ist unzulässig.

Steuern

Teileinkünfteverfahren

Besteuerung von Dividenden und Veräußerungsgewinnen aus GmbH-Anteilen im Betriebsvermögen oder bei größeren Beteiligungen: 60 % der Erträge sind steuerpflichtig, 40 % bleiben steuerfrei (§ 3 Nr. 40 EStG). Zugehörige Ausgaben sind entsprechend nur zu 60 % abziehbar. Ob das günstiger ist als die Abgeltungsteuer, hängt vom persönlichen Steuersatz ab.

U

Unternehmen

UG (haftungsbeschränkt)

Unternehmer­gesellschaft, „Mini-GmbH". Stamm­kapital ab 1 € möglich. 25 % des Jahres­gewinns müssen in Rücklage, bis 25.000 € erreicht und Umwandlung in GmbH möglich. Gute Einstiegsform.

Steuern

Umsatzsteuer-Voranmeldung

Elektronische Meldung der Umsatzsteuer an das Finanzamt während des Jahres: bei mehr als 9.000 € Vorjahreszahllast monatlich, darunter vierteljährlich, bis 2.000 € genügt die Jahreserklärung. Abgabe- und Zahlungsfrist ist der 10. des Folgemonats. Wer die Fristen regelmäßig verpasst, riskiert Verspätungszuschläge, die Dauerfristverlängerung schafft einen Monat Luft.

Unternehmen

Unternehmensnachfolge

Geplante Übergabe eines Betriebs an Familie, Mitarbeiter oder externe Käufer, per Verkauf, Schenkung oder Erbfolge. Braucht realistisch 3 bis 5 Jahre Vorlauf: Unternehmensbewertung, Steuergestaltung (Freibeträge und Verschonungsregeln bei Betriebsvermögen), Vertragswerk und Einarbeitung des Nachfolgers. Wer früh plant, erzielt bessere Preise und vermeidet Notverkäufe.

Edelmetalle

Unze (oz)

Kurz für Feinunze (englisch troy ounce, Kürzel oz). Die international übliche Handels- und Gewichtseinheit für Edelmetalle: 1 Feinunze entspricht 31,1035 Gramm reinem Metall. Spot-Preise und Notierungen beziehen sich immer auf die Feinunze, nicht auf die normale Unze (28,35 g).

Marketing & Sales

USP (Alleinstellungsmerkmal)

Das eine Merkmal, das einen Betrieb aus Kundensicht klar vom Wettbewerb unterscheidet und den Ausschlag für den Auftrag gibt. Bei kleinen Betrieben sind das selten Produkte, sondern Spezialisierung, Reaktionszeit, Garantien oder regionale Nähe. Ein USP muss belegbar sein, sonst ist er nur ein Werbespruch.

Steuern

USt-IdNr.

Umsatzsteuer-Identifikations­nummer für Geschäfte innerhalb der EU. Format DE + 9 Ziffern (z. B. DE323705994 der Crypmar GmbH). Notwendig für innergemein­schaftliche Lieferungen / Leistungen.

V

Verfahrensdokumentation

Schriftliche Beschreibung, wie Belege im Betrieb entstehen, erfasst, verarbeitet, aufbewahrt und gegen Veränderung geschützt werden, inklusive der eingesetzten Programme. Die Finanzverwaltung erwartet sie im Rahmen der GoBD, besonders bei digitaler Belegablage und Kassensystemen. Für kleine Betriebe reicht oft eine kurze, aktuelle Darstellung, entscheidend ist, dass sie zur gelebten Praxis passt.

Marketing & Sales

Verkaufstrichter

Synonym für „Funnel". Visualisiert, wie viele Interessenten in jeder Stufe übrig bleiben: Von 1.000 Besuchern werden vielleicht 30 Leads, 5 Termine und 1 Auftrag.

Steuern

Verlustvortrag

Nicht ausgeglichene Verluste eines Jahres werden in Folgejahre übertragen und mindern dort den steuerpflichtigen Gewinn (§ 10d EStG). Bis 1 Mio. € wirkt der Vortrag unbegrenzt, darüber sind grundsätzlich 60 % des verbleibenden Gewinns verrechenbar, für 2024 bis 2027 vorübergehend 70 %. Gerade nach Gründungs- oder Krisenjahren ein Posten, den man nicht verschenken sollte.

Unternehmen

Vermögensverwaltende GmbH

GmbH, die kein operatives Geschäft betreibt, sondern Vermögen hält: Wertpapiere, Beteiligungen oder Immobilien. Gewinne aus Aktienverkäufen sind auf Ebene der GmbH effektiv zu 95 % steuerfrei; Dividenden nur bei Beteiligungen ab 10 %, aus Streubesitz sind sie voll steuerpflichtig. Bei reiner Immobilienverwaltung kann die Gewerbesteuer ganz entfallen. Lohnt sich meist erst ab sechsstelligem Vermögen, weil laufende Kosten für Buchhaltung und Abschluss anfallen.

Edelmetalle

Verwahrung (Tresor, Bankschließfach)

Aufbewahrung physischer Edelmetalle: eigener Tresor, Bankschließfach oder Einlagerung beim Händler beziehungsweise im Zollfreilager. Jede Variante hat ihren Preis, entweder als Anschaffung und Versicherungsprämie oder als laufende Gebühr. Vor dem Kauf klären: Beim Heimtresor ist die Deckungssumme der Hausratversicherung oft der begrenzende Faktor.

Steuern

Vorsteuerabzug

Unternehmen können die in Rechnungen ausgewiesene Umsatz­steuer von der eigenen Umsatzsteuer­schuld abziehen. Voraussetzung: ordnungs­gemäße Rechnung. Kleinunternehmer (§ 19 UStG) sind ausgeschlossen.

W

Edelmetalle

Wiener Philharmoniker

Anlagemünze der Münze Österreich, in Gold seit 1989 geprägt, Feingehalt 999,9, auch in Silber und Platin erhältlich. Als einzige gängige Anlagemünze trägt sie einen Nennwert in Euro (100 Euro bei der Unze Gold). Im deutschsprachigen Raum besonders verbreitet und entsprechend leicht handelbar.

Finanzen

Working Capital

Umlaufvermögen minus kurzfristige Verbindlichkeiten: das Kapital, das im laufenden Geschäft gebunden ist, vor allem in Lager und offenen Rechnungen. Ein positiver Wert ist ein Liquiditätspuffer, ein hoher gebundener Wert frisst Liquidität. Für kleine Betriebe heißt das: Lager schlank halten und Rechnungen sofort nach Leistung stellen.

Z

Finanzen

Zahlungsziel

Frist, innerhalb derer eine Rechnung zu bezahlen ist, üblich sind 14–30 Tage. Jedes gewährte Zahlungsziel ist faktisch ein zinsloser Kredit an den Kunden. Kleine Betriebe sollten eigene Ziele kurz halten, bei größeren Aufträgen Abschlagszahlungen vereinbaren und die Ziele ihrer Lieferanten voll ausnutzen.

Unternehmen

Zielgruppe

Klar definierte Gruppe potenzieller Kunden mit gemeinsamen Merkmalen (Branche, Umsatz­größe, Rolle, Region, typische Probleme (Pain Points)). „Wir sind für alle da" ist keine Zielgruppe.

Finanzen

Zinssatz / Zinsumfeld

Kosten geliehenen Geldes. Bei Niedrigzinsen lohnen Investitionen leichter, bei Hochzinsen wird Eigenkapital wertvoller. Beeinflusst Edelmetalle (oft umgekehrt zum Zinsniveau) und Bewertungen.

Edelmetalle

Zollfreilager

Hochsicherheitslager außerhalb des jeweiligen Zoll- und Mehrwertsteuergebiets, häufig in der Schweiz. Silber, Platin und Palladium können dort gelagert und gehandelt werden, ohne dass Einfuhrumsatzsteuer oder Mehrwertsteuer anfällt; die Steuer wird erst bei physischer Auslieferung fällig. Interessant vor allem für größere Positionen in mehrwertsteuerpflichtigen Weißmetallen.

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Steuern

1-%-Regelung (Firmenwagen)

Pauschale Methode, die Privatnutzung eines Firmenwagens zu versteuern: monatlich 1 % des Bruttolistenpreises als geldwerter Vorteil, plus 0,03 % je Entfernungskilometer für Fahrten zwischen Wohnung und Betrieb. Für reine E-Autos bis 100.000 € Listenpreis gilt nur ein Viertel (0,25 %). Bei geringer Privatnutzung oder altem Fahrzeug ist ein Fahrtenbuch oft günstiger.

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Hinweis zur Verwendung des Glossars

Die hier aufgeführten Begriffe sind vereinfachte Praxis­erklärungen und ersetzen keine individuelle Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung. Definitionen und steuerliche Werte können sich durch Gesetzes­änderungen ändern. Konkrete Entscheidungen bitte mit Ihrem Steuerberater oder Anwalt abstimmen. Vollständigen Risikohinweis lesen →